Konzertreise Aix-en-Provence 2013


Konzertreise nach Aix-en-Provence vom 17. bis 24. Mai 2013

Der Musikverein Hagelloch machte sich am Freitag, den 17. Mai um 21.30 Uhr zu einer Konzertreise in die Tübinger Partnerstadt Aix-en-Provence auf. Die Fahrt führte uns über Schaffhausen, Zürich, Lausanne, Genf und Grenoble zunächst zum Weltkulturerbe Pont du Gard. Leider setzte am Samstagmorgen Dauerregen ein und der Aufenthalt beim Aquädukt  fiel etwas kürzer aus oder spielte sich im eigens eingerichteten Museum ab. Weiter ging es über Avignon nach Aix, wo man  im Hotel die Zimmer bezog und sich dann zu einer gemeinsamen Probe traf. Abends genoss man ein 3-gängiges Menü und wie in Frankreich üblich den dazugehörigen Wein.

Sonntagmorgens wurde ausgiebig gefrühstückt – Croissants und Crepes – bevor man sich zu Fuß ins drei Kilometer entfernte Stadtzentrum von Aix aufmachte. Dort konnte sich jeder selbst einen Eindruck von der provencalischen Stadt machen, bis man sich um 14 Uhr wiedertraf, um einem Konzert der Stadtkapelle Aix zu lauschen. Diese führte eine Komposition mit Chor auf, die eigens zum 100-jährigen Bestehen der Stadtkapelle 2012 arrangiert wurde. Danach bummelte man wieder durch die Altstadtgassen und hörte sich verschiedene Aufführungen an, die im Rahmen des Festivals „Cést sud“ stattfanden. Den Schluss des Festivals gestaltete die Tübinger Rapband Lingua Loca, die von uns lautstark unterstützt wurde. Für alle, die danach noch nicht genug hatten, klang der Abend im ältesten Restaurant der Stadt „Les deux Garcons“ feuchtfröhlich aus. Aber alle schafften selbständig den Fußmarsch zurück zum Hotel.

Pfingstmontag stand zur freien Verfügung. Während sich die einen nochmals in Richtung Altstadt aufmachten und mit einer Bimmelbahn eine Stadtführung wahrnahmen, machte sich ein weiterer Teil mit dem Bus zum Hausberg von Aix, dem Sainte Victoire, auf und machte dort zwischen Rosmarin und Thymian einen kleinen Bergspaziergang. Ein kleiner Teil blieb im Hotel und erholte sich immer noch von den Strapazen der Anreise und den schon gefolgten. Um 15 Uhr war wieder Treffpunkt für alle, man belud den Bus mit den Musikinstrumenten, zog die Uniform an und machte sich zum gemeinsamen Konzert mit der Stadtkapelle Aix und dem Musikverein Hagelloch im Zentrum von Aix auf. Um 17 Uhr begannen die Gastgeber musikalisch, dann  wurden wir offiziell vom Partnerschaftsverein und dem Vorstand der Stadtkapelle begrüßt. Unser Trompeter Adrian erklärte in fließendem französisch  kurz, wo genau Hagelloch liegt, bevor wir uns musikalisch den zahlreichen Zuhörern vorstellten. Wir präsentierten eine Mischung aus unserem diesjährigen Frühjahrskonzert und unserem Repertoire und ernteten viel Beifall. Nach über einer Stunde und einer Zugabe beendeten wir erfolgreich das Konzert und waren im Innenhof des nahen Rathauses zu einem Umtrunk und Imbiss eingeladen. Man unterhielt sich sehr angeregt in einem Gemisch aus deutsch, französisch und englisch und knüpfte erste Kontakte. Vor allem konnten wir bei den Aixer Musikern Interesse daran wecken, dass sie uns vielleicht schon diesen September im Rahmen des umbrisch-provencalischen Marktes besuchen werden. Wir werden sehen……

Dienstags machten wir einen Ausflug in das gut 100 km entfernte Naturschutzgebiet der Camargue. Es handelt sich hier um das Mündungsgebiet der Rhône, wodurch diese Gegend sehr sumpfig ist und eine einmalige Flora und Fauna hervorbringt. Dort besuchten wir eine Stierzucht und bekamen von der deutschstämmigen Stierzüchterin interessante Informationen über Stierzucht- und kampf in der Provence. Da sich leider nicht alle Stiere zum Stierkampf eignen, gab es zum Mittagessen Stiergulasch mit Reis, der ebenfalls in der Camargue angebaut wird. Danach ging es weiter zum Zigeunerwallfahrtsort Les Saintes Maries de le Mer. Dort besichtigten wir die Wehrkirche, von deren Dach wir einen tollen Blick über das Meer hatten und genossen das ganz eigene Flair dieses Ortes, denn  ein paar Zigeuner waren schon in der Stadt, da am Wochenende die große Wallfahrt anstand. Einige wenige badeten ihre Füße vorsichtig  im Mittelmeer.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Kultur. Wir brachen nach Avignon auf, das von 1309 – 1423 n. Chr.  Papstsitz war, um dort an einer Stadtführung und einer Besichtigung des Papstpalastes   teilzunehmen. Leider mussten wir nach dem Verlassen des Busses die unangenehme Bekanntschaft mit dem Mistral machen, der uns fast vom Vorplatz des Papstpalastes blies. Da war es gut, dass das mittelalterliche Stadtzentrum, das auch heute noch komplett von der Stadtmauer umgeben ist  und die dicken Mauern des Palastes uns Schutz gaben. Auf der Brücke von Avignon haben wir kein Tänzchen gewagt, da wir den Eintritt für überzogen hielten, so blieb es bei der Betrachtung von unten. Weiter ging es nach Orange, wo wir den Stadtgründungsbogen besichtigten, denn der Ausdruck Triumphbogen ist hier nicht passend, da die Römer dort eine vernichtende Niederlage einstecken mussten. Auch das heute noch genutzte Amphitheater beeindruckte uns sehr, doch der Mistral trieb uns fast automatisch wieder in den Bus.

Der Aufenthalt in der Provence neigt sich schon dem Ende und wir unternahmen einen letzten Ausflug in die Hafenmetropole Marseille. Dort hatte jeder Zeit zur freien Verfügung,  allerdings nutzen viele eines der zahlreichen Bähnchen, die die Touristen zur berühmten Kathedrale Notre Dame auf einem Felsen über der  Stadt brachte. Über die Küstenstraße, von der wir einen grandiosen Blick auf Chateau d´If (Der Graf von Monte Christo) hatten, ging es in das nahe Dörfchen Cassis. Dort genoss man nochmals  ein gutes Fischgericht, einen Cafe, erledigte die letzten Souvenireinkäufe oder staunte über die fünf mutigen Hagellocher,  die  ein erfrischendes Bad im Meer nahmen. Abends waren wir von den Aixer Musikern nach deren Probe nochmals zu einem gemütlichen Beisammensein mit Kuchen und Sekt eingeladen. Zulange konnte man allerdings nicht plaudern, da die Abfahrt am nächsten Tag auf 7 Uhr beschlossene Sache war.

Freitag, 24. Mai, 7 Uhr: fast pünktlich startet der Bus in Richtung Hagelloch, dieses Mal geht es über Valence, Lyon, Mühlhausen, Freiburg und das Höllental wieder nach Hause. Dort empfangen uns kühle 10 °C, aber eben auch ein herzhafter Wurstsalat.