Reisetagebuch Japanreise 2014


Die Jugendkapelle des Musikvereins Hagelloch ist zusammen mit dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leinfelden-Echterdingen vom 23. Juli bis 5. August auf Konzertreise in Japan. Hier gibt es aktuelle Berichte über die Erlebnisse der jugendlichen Musiker und ihren Begleitpersonen.

——————–

Hallo an alle Zuhausegebliebenen,
Wir sind tatsächlich im Land der aufgehenden Sonne gut angekommen und wir sind alle wohlauf. Der Jetlag und die Schwüle machen uns ein bisschen zu schaffen. Gestern war ich leider zu müde, um mich zu melden, sorry dafür.
Nach der Ankunft auf dem Flughafen Tokio, Haneda sind circa. 1 Stunde mit dem Bus ins Touristenviertel Asaksa gefahren. Dort konnten wir mehrere buddhistische Tempel besichtigen und in der angrenzenden Souvenirstraße wurden die ersten Einkäufe getätigt: Fächer und Wasser waren der Renner. Dann ging es wieder mit dem Bus endlich nach Kawaguchi. In der Lilia Halle trafen die Gastfamilien auf die Jugendlichen und wurden einander zugewiesen. Dann verabschiedete man sich und für die Jugendlichen begann das Abenteuer. Ich kann vorwegnehmen, dass alle heute morgen wohlbehalten wieder aufgetaucht sind, gut verköstigt, ohne Probleme bei der Anfahrt, vielleicht etwas unausgeschlafen….
Wir Betreuer genießen die freien Abende im Hotel, während die mitgereisten Eltern nochmals in einem anderen Hotel untergebracht sind.
Heute, 25. Juli, trafen wir uns um 9 Uhr an der Lilia Halle wieder. 20 Musiker hatten einen Empfang im Rathaus und danach gaben sie ein kleines Konzert in einer Behindertenschule. Der andere Teil wurde von ein paar freundlichen Gasteltern von einer Shoppingmall in Kawaguchi zur anderen geführt. Nach wie vor sind Fächer und Wasser der Renner und wir haben auch schon Bekanntschaft mit dem 100 Yen Laden gemacht, zu deutsch: 99-Cent-Laden. Die hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze haben bereits ein Opfer gefordert, ein Geigenhals hat sich aus dem Korpus gelöst. Jaja auch ein Holzleim hält nicht jedem Klima stand, aber der Schaden konnte bereits behoben werden. Von 14 bis 18 Uhr fand dann die erste Probe auf der großen Bühne der Lilia Halle statt. Wir sind immer noch beeindruckt von der Größe der Halle und der Anzahl an Zuschauerplätzen. Laut Frau Neumärkter gibt es auf dem freien Markt keine Karten mehr für unser Konzert morgen. Wir sind also gespannt….
Die Probe war etwas unkonzentriert, da wir doch etwas müde waren, aber mit dem gegenseitigen Hören klappt es doch besser als befürchtet.
Dann warteten auch schon wieder die Gasteltern und man verabschiedete sich.
Die mitgereisten Eltern haben wir heute nicht zu Gesicht bekommen, sie hatten ein eigenes Programm, einigen waren wohl am Fuji. Mal sehen, was sie morgen erzählen, dann gibt es darüber auch noch ein paar Zeilen.
Soviel für heute, morgen ist also der große Tag mit dem Konzert beim internationalen Kawaguchi Cross Festival, die Aufregung steigt….

——————–

Konbanwa zusammen,
Was für ein Tag!
Wir treffen uns um 10 Uhr in der Lilia Halle und proben mit wildfremden Menschen 2 Stücke ein, vorne steht ein Dirigent, den wir nicht verstehen und trotzdem funktioniert alles. Dazu befinden wir uns noch am anderen Ende der Welt von Deutschland aus gesehen. Dafür liebe ich Musik! Der Gedanke kam mir während dem ersten Stück unseres Konzertes, was mich einen Einsatz gekostet hat und Herrn Arafune wahrscheinlich 2 graue Haare mehr, aber der Moment war einfach zu ergreifend.
Das Konzert war ein voller Erfolg, das Publikum war begeistert und auch das Blasorchester aus Kawaguchi hat uns gefeiert wie Stars. Es wurden ständig Fotos von uns gemacht, in den Instrumentensätzen, Gruppenfotos und immer hörte man: dankescheen. Es war sehr beeindruckend, auch wenn die 2000 Sitzplätze doch nicht alle besetzt waren. Dann gab es eine Stunde zur freien Verfügung,  bevor wir am Spektakel des Jahres teilnehmen durften: laut Programm sollten wir von 18 Uhr bis 19.30 Uhr an einem festlichen Umzug teilnehmen. In Wirklichkeit durfte jeder von uns in einem japanischen Kittel einen tonnenschweren Schintoschrein tragen, bei gefühlter Saunatemperatur. Wir waren sehr tapfer und haben die gestellte Aufgabe erfüllt, nachdem uns der Bürgermeister von Kawaguchi den anwesenden Festivalbesuchern vorgestellt hat und wir eindringlich gesagt bekommen haben,  dass wir die Holmen ja nicht auf unsere Schultern legen sollen (da sonst blau,) und wir nur hundert Meter aushalten müssen. Länger hätte ich auch wirklich nicht ausgehalten, aber die zahlreichen japanischen Freiwilligen haben die Schreine bis zur Ekstase um den Block getragen. Es war wirklich unglaublich, wie mitten in einer Metropole ein uralter religiöser Brauch am Leben gehalten wird und wir durften dabei sein.
Es wurden Interviews mit einigen gemacht, das japanische Fernsehen war anwesend und wir haben gelernt, dass das internationale Cross Festival von Kawaguchi einen Beitrag dazu leisten möchte, dass die japanische Kultur verbreitet werden soll. Das erfüllt es auf jeden Fall: die Jugendlichen lernen vor allem typische japanische Gerichte wie Sushi, Misosuppe zum Frühstück und Okonomi Yaki kennen, essen alles tapfer, was ihnen vorgetischt wird und merken, dass es sogar schmeckt! Auch in Origami durfte sich der eine oder die andere schon versuchen und der japanische Hang zur Perfektion fasziniert uns jeden Tag aufs Neue.
Die mitgereisten Eltern konnten heute auch wieder ihre Kinder in die Arme schließen und am Abend die jeweiligen Gasteltern kennenlernen. Es war wirklich ein Tag, der voll war mit neuen Eindrücken, die überwiegend positiv waren. Auch auf die Weltmeisterschaft
werden wir angesprochen,  ein Japaner hat heute morgen einem Echterdinger stolz erzählt, dass er großer Mario Götze Fan ist.
Nach diesem bewegten Tag, lassen wir es morgen ruhiger angehen: Teezeremonie steht auf dem Programm.
Leider gibt es heute immer noch keine Bilder, was wirklich schade ist, da unsere Teilnahme am Umzug wirklich sehenswert war. Aber ein Bild davon wird auf jeden Fall nachgereicht.
Ich bin wirklich geflasht von diesem Tag und das Schreiben hat gut getan.
Gute Nacht und bis morgen.

——————–

Konichiwa,
Heute ist Sonntag, 27.7. und man merkt keinen Unterschied zu den anderen Wochentagen: die Straßen sind genauso belebt, die Geschäfte haben geöffnet und die Züge fahren auch im 3 min Rhythmus und alle Japaner rennen zu den Zügen, wie wenn es der letzte wäre. Die Hitze und Schwüle machen uns zu schaffen und es gibt erste Ausfälle, leider. Wir lernen es zu schätzen, dass die Räume, die Züge und Geschäfte klimatisiert sind. Wir nutzen die Erfrischungstücher, die einem wirklich bei jeder Gelegenheit gereicht werden und unser mitgereister Fußball fristet sein Dasein im Rucksack. Das macht es uns ein bisschen schwierig die Umwelt zu erkunden, aber eben nicht unmöglich: auf dem Dach eines Einkaufszentrums wollten Frank und ich lediglich die Aussicht genießen und haben dabei einen Biergarten gefunden. Es war brüllend heiß dort oben, aber wir konnten es uns nicht verkneifen, hineinzugehen und etwas zu bestellen. Es lief nur deutsche Volksmusik (von Heino bis zur Löffelpolka) und zu meinem vollkommenen Glück hätte nur noch das Heidilied gefehlt, deutsch verstanden haben die Bedienungen allerdings gar nicht und auch das englisch war sehr mühsam. Die Kleidung erinnerte eher an Hawaiihemden, zu Essen gab es etwas Racletteartiges mit Sojasauce und Stäbchen. Dieses Land amüsiert uns jeden Tag aufs Neue. Es ist auch wirklich schade, dass ich nur ausschnittsweise berichten kann, was alle hier so erleben, da alle andere Erfahrungen in ihren Gastfamilien machen, da müsst ihr eben auf die Berichte zu Hause warten oder Telefonkontakt halten, was wohl doch besser geht, als erwartet.
Die Teezeremonie heute morgen hat uns einen weiteren Einblick in die japanische Kultur gegeben. Uns wurde erklärt, dass das Ritual schon mehrere hundert Jahre alt ist. Es dient der Konzentration und Besinnung auf das Herz und den Geist und somit zur geistigen Stärkung. Es bedeutet aber auch der ganz bewusste Genuss der Süßigkeit und des Tees. Nachdem jeder die Süßigkeit und den Tee serviert bekommen hat und auch verzehrt hatte, durften wir selbst den Tee zubereiten. Die überwiegend älteren Frauen in ihren Kimonos haben sich wirklich reizend um uns bemüht und uns mit Anleitungen überschüttet, die leider auf japanisch waren. Aber es standen genug Dolmetscher zur Verfügung. Und auch die vielen Gesten haben zur gegenseitigen Verständigung beigetragen.
Danach wurden die Jugendlichen wieder von ihren Gasteltern abgeholt und haben den Nachmittag mit ihnen verbracht. Um 17 Uhr ist zum zweitletzten Mal Treffpunkt in der Lilia Halle. Jeder und Jede bekommt von geschultem Personal einen Kimono angezogen, in denen wir dann die Abschlussparty bestreiten. Ich bin wirklich gespannt und freue mich sehr auf dieses Bild.
Ich versuche, mich heute Abend nochmals zu melden, vielleicht sogar live von der Abschlussparty….
Grüße aus dem wirklich sehr heißen Kawaguchi sendet Christine
——————-

… die Party war der Hammer. Alle haben so wunderschön in ihren Kimonos ausgesehen. Ein ganzes Heer von Japanerinnen hat uns eingekleidet, die Haare gemacht und anschließend auch wieder aufgeräumt, den Berg von Kimonos und alles was man so braucht, um einen solchen um den Körper zu wickeln. Ich war natürlich mit meinen außerasiatischen Körpermaßen eine Herausforderung, aber es gab Tricks….
Es gab viele Dankesworte und ein Buffet mit leckerem Essen, alle haben sich gut unterhalten, die Gasteltern, die Eltern, die Jugendlichen, die Verantwortlichen. Als kleine Einlage hat das Hagellocher Bläserquintett gespielt und mit den anderen Bläsern haben wir noch Aitakatta und Heavy Rotation dazugegeben. Punkt 20.15 Uhr war die Party aus (JA, in Japan wird auch das Ende einer Party geplant) und alle haben sich ein letztes Mal zu den Gasteltern aufgemacht.
Morgen machen wir uns auf den Weg nach Chichibu und freuen uns, dass wir nach 4Tagen Großstadt morgen hoffentlich etwas mehr grün zu Gesicht bekommen.
Natürlich wurden zig Fotos bei der Party gemacht, wenigstens eines gibt es heute….
Morgen also melde ich mich aus Chichibu…
Christine

——————-

Konbawan,
Ich melde mich live von der Abschlussparty in Chichibu.
Aber von Anfang an: Konzerttage haben es so an sich, dass sie sich zuerst lange ziehen und dann geht auf einmal alles ganz schnell. Probe, Pause, zuhören, wenn andere proben, Sandwiches essen, dösen. Danach Umziehen und als Zuhörer den ersten Teil des Konzertes genießen. Zuerst werden wir von einer Taikogruppe (japanische Trommeln) begrüßt. Dann singt ein Mädchenchor aus einer Mittelschule aus Chichibu. Es geht weiter mit einem jungen Erwachsenenchor, der mich mit seinem Niveau schwer beeindruckt hat. Dann hat sich auch noch der Liederkranz Chichibu mit einem Stück präsentiert. Auch einem Pianisten durften wir noch lauschen, dann kam unser Auftritt. Es hat alles gut geklappt und wir haben großes Lob von allen Seiten bekommen. Auch die Zugaben, die wir mit allen Mitwirkenden gemeinsam gespielt haben, waren wieder ein besonderes Gefühl. Nach 3 Stunden Konzert ging es mit dem Bus sofort zum Rathaus zur Party. Dort sind alle Mitwirkenden zu Essen und Trinken und gemütlichem Beisammensein eingeladen. Verschiedene Organisatoren und der Bürgermeister sprachen Dankesworte bis es zum gemütlichen Teil überging. Jetzt mischen sich die Jugendlichen allmählich, sie haben viel Spaß und es werden unendlich viele Fotos gemacht. Wir Deutschen werden behandelt wie Stars, es ist ein Gekicher und Gekreische im Saal, fast wie wenn Justin Bieber anwesend wäre. Aber keine Sorge, auch diese Party wird Punkt 20 Uhr zu Ende sein, dann werden wir noch ein paar Schritte zum Hotel gehen müssen. Einige sind auch bereits jetzt schon ziemlich geschafft, das lässt auf einen ruhigen Abend hoffen.
Morgen ist bereits um 7.30 Uhr Abfahrt Richtung Tokio zur Stadtbesichtigung mit der kompletten Reisegruppe. Das wird ein Spaß, über 80 Menschen in einer Stadt wie Tokio zusammen zu halten!
Also bis morgen, live aus Tokio.
Christine

——————-

Konbawan,
Ja, die Großstadt hat uns, aber zuerst ein kleiner Nachtrag zu gestern.
Unser Elternchor hatte gestern seine Premiere und hat seine Sache auch gut gemacht. Der Abend im Hotel war auch nicht gleich ruhig, denn ein paar Jugendliche hatten sich mit Frau Neumärkter zum Karaoke verabredet. Frau Neumärkter diente eher zum Dolmetschen, aber es hat allen Spaß gemacht.
Dann heute Morgen eine wirklich ruhige Busfahrt nach Ikebukuro, einem Stadtteil von Tokio (O-Ton Frau Rommel: wir können die Zeit noch zu einem Vormittagsschläfchen nutzen). Unser Hotel liegt direkt am Hauptbahnhof von Tokio, wo morgens und abends eine Unmenge an Pendlern „umgeschlagen“ werden. Mal sehen, ob wir morgen früh davon etwas mitbekommen. Und alle Reiseteilnehmer sind jetzt zusammen im selben Hotel untergebracht.
Heute stand sightseeing auf dem Programm. Mit 2 Bussen haben wir uns zuerst zum Kaiserpalast aufgemacht. Da es in Japan den letzten Kaiser der Welt gibt, kann man den Palast nur von außen besichtigen. Im Klartext heißt das, dass man bis 30 Meter vor die Palastwachen am Haupttor kommt. Dann ging es weiter zu einem Schrein aus der Meiji Dynastie. Mitten in der Großstadt eine Oase der Ruhe und der Spiritualität. Dann endlich 2 Stunden zur freien Verfügung, die zum Essen und Shoppen genutzt wurden. Wer noch Lust hatte, konnte danach in den 45. Stock des Rathauses von Tokio gehen und von dort einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt genießen. Dann konnten endlich die Zimmer im Hotel bezogen werden. Nach einer kurzen Ausruhphase und Erfrischung, machten sich dann alle in kleinen Gruppen auf den Weg, um das Viertel zu erkunden. Inzwischen haben sich alle im Hotel zurückgemeldet und es wird jetzt eifrig in der Hotellobby gechattet, da das der einzige Ort im Hotel mit Internetzugang ist, aber erst ab 20 Uhr. Ja, auch so etwas ist in einer Stadt wie Tokio noch möglich.
Morgen steht der Ausflug zum Tokio Sky Tree Tower an. Mal sehen, ob die Aussicht von dort noch atemberaubender ist.
Ansonsten ist diese Stadt einfach der Wahnsinn, sie ist so groß, dass es mein Verstand kaum begreifen kann. Es leben hier so viele Menschen, dass es wie in einem Ameisenhaufen wuselt. Sie ist schrill, bunt und laut, aber sie funktioniert. Wohin man auch schaut, das Häusermeer hört nicht auf.
Die Temperaturen sind etwas erträglicher geworden, vor allem ist die Luftfeuchtigkeit nicht mehr so hoch.
Soweit für heute, obwohl hier in der Lobby gerade die Zeugnisnoten durchgegeben werden. Interessant und amüsant zugleich.
Also bis morgen und Frau Neumärkter hat uns noch schnell ein paar Überlebenstipps für den Großstadtdschungel gegeben. Es kann also nichts schiefgehen.
Christine

——————-

Hallo zusammen,
Ja, wir haben den Tag in Tokio überlebt, vielleicht liegt es daran, dass wir die Rushhour einfach verschlafen haben. Heute war eigentlich die einzige Chance, das zu tun, also haben wir kollektiv ausgeschlafen.
Die Besichtigung des Tokio Sky Tree erfolgte in 2 Gruppen, die eine startete um 12 Uhr, die andere um 17 Uhr. Jetzt gibt es ein paar Daten: der Fernsehturm ist 634 Meter hoch und damit der höchste der Welt. Der nächst kleinere ist fast 100 Meter kleiner und in Kanada. Eröffnung war 2012, also praktisch noch brandneu. Vom 5. Stock auf 345 m Höhe braucht der Fahrstuhl lediglich 50 Sekunden. Es gibt mehrere Fahrstühle, die sehr schön gestaltet sind, der beliebtesten ist der firework Fahrstuhl, mit dem wir wieder abwärts gefahren sind. In 340 m Höhe, befindet sich eine kleine Fläche mit Glasfußboden. Das ist wirklich ein beeindruckender Anblick nach unten. Am Fuße des Sky Trees gibt es eine richtige Shopping Mall, die von zahlreichen Touristen aus Japan und der ganzen Welt genutzt wird. Die Bauweise ist so elastisch, dass der Fernsehturm auch erdbebensicher ist. Auch aus der Vogelperspektive ist es immer wieder erstaunlich, wie winzig kleine Häuser direkt neben Wolkenkratzern stehen, wie die kleinste Dachfläche noch für einen Dachgarten genutzt wird und wir haben tatsächlich neben unserem Hotel einen Dachfußballplatz gefunden, wie man es eigentlich nur aus dem Fernsehen kennt. Je nachdem wurde die Zeit vor oder nach der Besichtigung zur eigenen Erkundung von Tokio genutzt. Manche verbrachten auch den ganzen Tag auf eigene Faust. Allerdings war es heute auch wieder sehr heiß und somit werden auch gerne die klimatisierten Geschäfte genutzt. Für viele wird das Kofferpacken am Sonntag/Dienstag zur wahren Herausforderung! Wir gehören dazu!Ich und meine Familie für unseren Teil, haben den letzten Abend in Tokio nochmals mit einem typisch japanischen Essen – Okonomi Yaki, japanische Pfannkuchen – genossen. Jetzt ist es kurz vor 22 Uhr und die Reiseteilnehmer trudeln so langsam im Hotel ein. Morgen werden wir alle zusammen nach Nagoya reisen, auf das Verladen des Gepäcks freue ich mich schon jetzt. Ich glaube, vor allem die Eltern freuen sich nach über einer Woche im selben Hotel auf einen Tapetenwechsel.
Abfahrt morgen ist um 8 Uhr, also werde ich mich jetzt ins Bett aufmachen.
Oyasuminasai
Christine
PS: Die zu Hause geblieben fragen sich, wer „Christine“ ist: mein Name ist Christine Bengel-Fritz und ich gehöre zu der kleinen Gruppe der Hagellocher Teilnehmer. Ich nehme mit meinem Mann und unseren 3 Kindern gemeinsam an dieser Reise teil und wir sind auch für die anderen Hagellocher Teilnehmer verantwortlich.

——————-

Konbawan,
Der Tag heute wurde von einer langen Busfahrt bestimmt. Als wir endlich aus Tokio draußen waren, war die Landschaft von bewaldeten Hügeln geprägt und kleine ursprüngliche Dörfer huschten an uns vorbei. Wir sahen viele Grünteehecken und das eine oder andere Reisfeld. Gegen 13 Uhr aßen wir in einem japanischen Restaurant ein typisches Gericht: Tempura, eingelegter Bergfarn und Pilze, Reis und Udonnudeln in japanischer Brühe. Natürlich saßen wir auf dem Boden zum Mittagessen an ganz niedrigen Tischen.
Die Busfahrt verlief sehr ruhig, da wir den letzten Abend in Tokio nochmals ausgenutzt haben und viele ein Nickerchen gemacht haben.
Gegen 15.30 Uhr kamen wir endlich im Hotel an und waren positiv überrascht. Ein sehr schönes luxuriöses Hotel mit geräumigen Zimmern und sogar einem Portier. 30 Orchestermitglieder sind in Gastfamilien untergebracht.
Kurz noch ein paar Worte zu Nagoya: 2 Mio. Einwohner, viertgrößtes Wirtschaftszentrum von Japan, Hauptsitz von Toyota. Ist natürlich kein Vergleich zu Tokio, aber immer noch riesig und liegt auch am Meer. Im Mittelalter war hier eine Hochburg von Fürsten, die sich vom Kaiser nicht unterwerfen hatte lassen. Morgen dürfen die Eltern die Burg von diesem Fürsten besichtigen. Sie sieht wirklich sehr beeindruckend aus.
Noch 2 Sätze zu japanischen Autobahnraststätten:die Toiletten dort sind wirklich phänomenal. Es gibt immer genug Toiletten, jede ist mit einem Kindersitz ausgestattet und es gibt unzählige Knöpfe an der Armlehne neben dem WC. Alles ist sehr sauber und kostenlos.
Nagoya merkt man seine Wirtschaftskraft an, es ist sehr viel moderner als Tokio und auch die Architektur entspricht eher europäischen Ansprüchen. Einziger Nachteil an Nagoya ist wieder die unerträgliche Hitze und Schwüle, wirklich sehr anstrengend.
Morgen dann eine Probe mit dem Seirei-Orchester und nachmittags Konzert, abends letzte Abschiedsparty … am Sonntag werden sich dann die Wege der Reisegruppe trennen.
Jetzt ruft wirklich die Dusche.
Gute Nacht
Christine

——————-

Hallo zusammen,
Heute also melde ich mich das letzte Mal aus Japan. Wieder geht ein unglaublicher Tag zu Ende.
Um 8 Uhr war Abfahrt der Orchestermitglieder zur 1 Stunde entfernt gelegenen Halle. Dort galt es 150 Musiker auf der Bühne unterzubringen. Wir haben das geschafft und konnten sogar noch miteinander musizieren. Drei gemeinsame Stücke standen heute auf dem Programm: Aitakatta, Tabidachi no hi ni und Ratezky-Marsch.
Die Eltern besichtigten heute morgen die wirklich imposante Burg von Nagoya mit Führung.
Gegen 11.30 Uhr gab es gemeinsames Mittagessen, dergestalt, dass immer zwei Seirei-Mädchen sich jemanden von uns geschnappt haben, demjenigen dann ein selbstgemachtes Vesper überreicht haben und dann zusammen gegessen haben. Eine sehr nette Idee.
Um 13 Uhr eröffnete dann das Seirei-Orchester mit 2 Stücken das Konzert. Unsere Teilnehmer waren etwas enttäuscht, da die Halle nicht einmal zur Hälfte gefüllt war und die Seirei-Mädchen die Latte sehr hoch legten. Auch über eine Woche Aufenthalt in Japan haben ihre Spuren hinterlassen und wir konnten heute nicht unsere Bestleistung abrufen. Aber wir haben uns tapfer geschlagen.Dann wurde alles aufgeräumt und die Party begann tatsächlich eine halbe Stunde früher als geplant. Ich kann vorwegnehmen, dass sie dadurch auch eine halbe Stunde früher aufhörte als geplant. Nach dem gemeinsamen Essen vom Buffet, herrschte heute tatsächlich Justin Bieber Feeling, näheres dazu gibt es aber nicht, das würde den Datenschutz verletzen.
Es wurde noch ausgiebig zusammen musiziert, in kleineren Gruppen, zum absoluten Schlager entwickelte sich – wie kann es auch sein – Aitakatta! Da Japaner nicht unbedingt zu den spontansten Menschen auf der Welt gehören, haben wir die Party kurzerhand zu der unseren gemacht und der Funke ist wirklich auf die Seirei-Mädchen übergesprungen. Manche von uns sind wahrlich über sich hinaus gewachsen, das ist ganz wörtlich zu nehmen, andere haben einfach mal die Instrumente gewechselt. Frau Neumärkter hatte sich im Namen aller bei Frau und Herr Arafune sowie Frau Rommel mit einer Kleinigkeit bedankt. Laut den Jugendlichen war das die beste der drei Partys und ich kann nur von unserem Bus sprechen, dass die Party dort einfach weiterging. Anscheinend ging es im Elternbus etwas gediegener zu, dort wurden alle 5 Strophen der Europahymne gesungen. Auch die Unterbringung in den Gastfamilien scheint sehr herzlich zu sein.
Unsere gemeinsame Reise wird morgen früh enden. Ungefähr die Hälfte wird sich morgen um 6.30 Uhr zum Flughafen aufmachen und nach Hause zurück fliegen. Die andere Hälfte wird noch Kyoto und Nara besichtigen, einige werden noch mal ein paar Tage länger bleiben und Japan auf individuelle Weise bereisen.
Den letzten Abend genießen wir sehr, auch sehr individuell …
… morgen von mir dann die letzte Eintragung dieser Reise, hoffentlich wohlbehalten aus Hagelloch.
Gute Nacht

——————-

Hallo zusammen,
Wir sind gut in Frankfurt gelandet und befinden uns gerade auf der Busfahrt nach Echterdingen. Einziger Wermutstropfen, 4 Instrumente sind nicht auf dem Gepäckband erschienen. Wir haben das aber gemeldet und gehen davon aus, dass sie in den nächsten 1-2 Tagen nach Hause geliefert werden.
Heute morgen hatten wir noch eine lustige bzw. auch etwas seltsame Begegnung mit der japanischen Variante von „Hell’s Angels“. Ungefähr 40-50 Oldtimer mit gigantischen Auspuffs und noch gigantischerem Sound fuhren neben uns auf der Autobahn. Frau Rommel meinte aber, dass es sicherer wäre, nicht zu winken und besser die Gefährte zu ignorieren.
Damit endet nun mein Bericht auf Facebook, vielleicht findet sich noch jemand von den anderen, der auch über die beiden anderen Tage berichtet.
Sorry, dass das mit den Bildern nicht so gut geklappt hat, aber meine Stärke ist das Schreiben und nicht die IT-Seite. Aber sobald alle zu Hause sind, wird es jede Menge Bilder zu sehen geben.
Auch wurden mir zahlreiche Grüße bestellt und ich habe nur positive Feedbacks für meine Berichte erhalten. Herzlichen Dank dafür.
Es war wirklich eine tolle Reise, mit unglaublich vielen neuen Eindrücken und Begegnungen.
Jetzt werden wir uns zuerst mal die Ferien gönnen.
Sayonara und Adele
Christine